Mediale Emotionen
zur Lenkung von Gefühlen durch
Bild und Sound

Herausgegeben von
Oliver Grau und Andreas Keil

Gefühle werden zentral durch Medien und Kunst beeinflusst, dies scheint immer schon klar gewesen zu sein. Neu ist die Erkenntnis, dass Bildmedien und Emotionen eine Geschichte eng verknüpfter Wechselwirkung besitzen, die sich nunmehr interdisziplinär erzählen und analysieren lässt. In den Neurowissenschaften sorgen vor allem Methoden, das Gehirn in vivo zu studieren, für neue Einsichten, so dass die Freiheit des Willens und die selbstbestimmte Handlungsfähigkeit im Zuge der Erforschung emotionaler Regelkreise in neurobiologischen, philosophischen und psychologischen Diskursen zur Debatte gestellt wurden. Nach der Deutungskonjunktur, die den Schriften von Damasio, Ledoux und Singer zugeschrieben wurde, untersucht der vorgelegte Band emotionale Phänomene erstmals in ihrer Vielfalt und widmet sich der Frage, ob sich die Entwicklung der Medien auch aus einem Mechanismus erklären lässt, der auf immer neue Emotionswirkungen bei seinen Konsumenten abzielt.

Um die Frage nach den Bildern ist seit wenigen Jahren in Kunstgeschichte und ihren Nachbardisziplinen eine intensive Diskussion entstanden, die in bemerkenswerter Parallelität zur rasanten Entwicklung auf dem Feld der Neuen Medien steht. Mediale Emotionen öffnet Einblicke in die Elemente transdisziplinärer Emotionsforschung. Den Kern bildet eine Untersuchung von Repräsentation und Produktion von Emotionen in verschiedenen Medien und Zeitabschnitten. Wie hängen Emotion, Medialität und Macht zusammen und wie kann die gemeinschaftsformende Wirkung emotionaler Bilderlebnisse nachgewiesen werden? Medienwissenschaftler, Kunsthistoriker, Neurowissenschaftler und Literaturforscher, Psychologen und Philosophen untersuchen Aspekte der Affektproduktion und emotionalen Reaktion auf Medien und Kunst am Beispiel dreier Gegenstände, welche die Beiträge verklammern und sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen: Dies sind Matthias Grünewalds Isenheimer Altar (um 1516), der Propagandafilm Triumph des Willens (1934) von Leni Riefenstahl, sowie das in der Forschung viel diskutierte Computergame Americas Army (2000-2005), dass durch seine interaktive Suggestionspolitik zu einer Ikone unserer Zeit geworden ist. Damit sind drei unterschiedliche Bildmedien verschiedener Jahrhunderte vertreten, die in innovativer Weise Vergleich der kulturwissenschaftlichen und psychophysischen emotionale Erregung im Betrachter Elemente eröglichen und so unseren aktuellen Diskussionen eine produktive Distanz jenseits des Wissenschaftshype ermöglichen.


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Bibliographie zur
Emotionsforschung

Bibliography of
Emotion Research

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Overview
Neurobiologie
Behavioral Psychology
Cognitive Film Theory

Gefühl
Communication and Emotion
Psycholinguistics
Kulturwissenschaftliche-Emotionsforschung
Philosophy
Startle Effect
M acrosociology
Human Sensory Research
Perception of Emotion
Nonverbal Behavior
B ild und Kult
Anthropology of Emotion
"Boderline Syndroms"
" Multiple Personality Disorders"
Sprach- und Kognitionspsychologie
Passion
Audience
Effector Patterns
Pleasure,Music,Emotion
Atmosphäre
N europsychology
Fiction
Identity
Melodrama
Music/Arts
Survivor Identity
Facial expression
Postmodernism
Morality
US Masculinity
Embodiment
Psychophysiology
Consciousness
Computational Theory
Inotation
Ancient Moral psychology
Emotion and Religion
Evolutionary Psychology
Pathos
Observer
primary visual cortex
Cognativism
Descartes
Culture Menaing Systems
Sentiment
Appropriateness
Emotion in Man and Animals
R ationality
B iopsychologie
Artificial Intelligencce
Language
Neurology
Gender
Figur und Affekt
Human face
Seeing
Tears
Addiction
Metaphor
cross-cultural
Semantic analysis
Cross-lingistic Studies
Platons Symposion
Neuronales Selbst
Ausdrucksbild
Aristotle
neurosociology



 

 

. . . . . . . . . Inhalt

Andreas Keil/Oliver Grau
Mediale Emotionen: Auf dem Weg
zu einer historischen Emotionsforschung

William James
Was ist eine Emotion?
Joseph Imorde
Grünewald und das deutsche Gefühl
Oliver Grau
Immersion & Emotion
Zwei bildwissenschaftliche Schlüsselbegriffe
Jens Eder
Affektlenkung im Film
Das Beispiel Triumph des Willens
Andreas Keil
Eintauchen in Lenis Welt:
Pläydoyer für eine multivariate Emotionspsychologie
in der affektiven Medienanalyse

Burkhardt Lindner
Der Groteskfilm als Gegenstand
der historischen Emotionsforschung

Anne Hamker
Der emotionale K(l)ick
Motivation und Vergnügen im
Online-Spiel >America's Army<
Konrad Schmidt:
Brain Computer Interfaces
Endpunkt der Illusionsgeschichte?
Holger Schulze
Klang Erzählungen
Zur Klanganthropologie als einer neuen, empfindungsbezogenen Disziplin

J. Eder & A. Keil
Audiovisuelle Medien und emotionale Netzwerke

Sigrid Weigel
Phantombilder: Gesicht, Gefühl, Gehirn zwischen messen und deuten.

Ronald de Sousa:
Ist Kunst eine Adaptation?
Perspektiven einer evolutionären
Sichtweise von Schönheit